Eine Aufgabe soll erledigt werden. Doch sobald eine bestimmte Person fehlt, kommt die Arbeit ins Stocken. Für Sie als Unternehmer oder Führungskraft beginnt die Klärung bei dieser Aufgabe: Was muss jemand dafür wissen und können? Und wer kann dieses Wissen heute anwenden?
Erst danach lässt sich die entscheidende Frage beantworten: Fehlt das Wissen im Team – oder fehlt anderen der Zugang zu Wissen, das bereits vorhanden ist?
Die Aufgabe genauer ansehen
Ein hypothetisches Beispiel: Ein Team soll ein Angebot für eine besondere Kundenanforderung vorbereiten. Bisher kann nur eine Kollegin einschätzen, welche Angaben noch fehlen und ob der vorgeschlagene Leistungsumfang passt.
„Angebote erstellen“ beschreibt die Abhängigkeit noch zu grob. Das Team braucht in diesem Beispiel Wissen über die Anforderungen des Kunden, die eigenen Leistungen und die Grenzen dessen, was es zusagen kann. Möglicherweise liegen Informationen bereits vor. Offen bleibt, ob jemand anderes sie einordnen kann.
Beschreiben Sie deshalb zunächst eine Aufgabe, die tatsächlich hängen bleibt. Fragen Sie dann: Welche Informationen, Erfahrungen und Entscheidungen sind nötig, damit jemand den nächsten Schritt übernehmen kann?
Zugang schaffen oder Wissen aufbauen?
Das Wissen ist vorhanden, aber andere können es noch nicht nutzen. Eine Person kann die Aufgabe lösen; ihre Überlegungen sind für andere jedoch schwer nachvollziehbar oder wichtige Beispiele sind nicht zugänglich. Hier kann es helfen, gemeinsam an einer konkreten Aufgabe zu arbeiten, Entscheidungen zu erklären und ein brauchbares Beispiel so festzuhalten, dass andere damit weiterarbeiten können. Ein abgelegtes Dokument allein zeigt noch nicht, ob das gelingt.
Das benötigte Wissen fehlt. Niemand im Team kann einen entscheidenden Teil der Aufgabe ausreichend bearbeiten. Dann genügt es nicht, vorhandene Unterlagen besser zu ordnen. Es braucht Lernen oder zusätzliche Erfahrung von außen. Klären Sie, welches Wissen fehlt und wo es sich aufbauen lässt: etwa durch Fachliteratur, gezielte Recherche oder die Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Fachkraft.
Beides kann bei derselben Aufgabe vorkommen. Ein Teil ist bereits bekannt und muss zugänglich werden; einen anderen muss das Team erst lernen.
Meine Erfahrung: Fachwissen ließ sich nicht einfach einstellen
In meinem damaligen Unternehmen brauchten wir Patentingenieure für die anstehenden Aufgaben. Passende, bereits ausgebildete Fachkräfte waren nicht einfach verfügbar. Wir mussten das benötigte Wissen im Team aufbauen.
Dazu gehörten Versuch und Irrtum, Fachliteratur, Online-Recherche und die Zusammenarbeit mit Freelancern. Wir lernten auch aus deren Arbeit. Mitarbeitende konnten später Ausarbeitung, Recherche und Marketing übernehmen. Nach meiner damaligen Beobachtung musste ich selbst weniger entscheiden.
Für mich zeigt diese Erfahrung vor allem, dass Wissen aufgebaut werden musste, bevor andere Aufgaben übernehmen konnten. Sie ist kein Nachweis eines gemessenen Wettbewerbsvorteils. Mein praktischer Ausgangspunkt ist deshalb die Frage, was Menschen für eine konkrete Aufgabe lernen müssen – und welches bereits vorhandene Wissen ihnen dabei helfen kann.
Eine kleine Hilfe für den nächsten Schritt
Die folgenden Fragen sind eine Empfehlung für Ihre heutige Arbeit. Sie beschreiben kein damals eingeführtes Schulungsprogramm.
| Schritt | Ihre Frage |
|---|---|
| Aufgabe | Welche konkrete Aufgabe bleibt an einer Person hängen? |
| Wissen | Was muss jemand dafür wissen und können? Wer kann es bereits anwenden? |
| Zugang oder Aufbau | Muss vorhandenes Wissen nutzbar werden, neues Wissen entstehen oder beides? |
| Nächster Schritt | Was tun Sie als Nächstes, mit wem und an welcher konkreten Aufgabe? |
Bleiben Sie zunächst bei einer Aufgabe. Ist der Zugang das Problem, könnten Sie eine Bearbeitung gemeinsam durchgehen und die entscheidenden Überlegungen an einem Beispiel festhalten. Fehlt Wissen, könnten Sie eine konkrete Lernfrage formulieren und eine passende Quelle oder erfahrene Person hinzunehmen.
Schauen Sie anschließend auf die Arbeit: Was kann jemand anderes jetzt bearbeiten? Wo braucht die Person noch Erklärung, Übung oder zusätzliche Erfahrung? So lässt sich der nächste Schritt bestimmen, ohne aus einer einzelnen Aufgabenübernahme schon auf die Unabhängigkeit des ganzen Unternehmens zu schließen.